Pflaster mit Wirkung
Schmerzhafte Verspannungen einfach wegkleben
Bunt oder fleischfarben, mit oder ohne Wirkstoff- unterschiedlichste Pflaster sollen bei Verspannungen der Rücken- und Nackenmuskulatur Linderung verschaffen.
Muskuläre Verspannungen in Rücken und Nacken sind schmerzhaft und äußerst unangenehm. Sie verringern die Bewegungsfreiheit und erschweren den Alltag. Selten bedürfen sie jedoch der Behandlung durch einen Fachmann. Mäßige Beschwerden durch eine kurzzeitige Fehlbelastung von Gelenken kann man in der Regel mit einfachen Maßnahmen selbst in den Griff bekommen. Flinke und effektive Hilfe versprechen dabei Pflaster, die auf die schmerzenden Körperregionen aufgeklebt werden und je nach Variante wohltuende Wärme spenden oder verspannte Muskelbereiche massieren.
Wärmepflaster enthalten feurige Inhaltsstoffe
Wärme vertreibt Verspannungen besonders effektiv. Sie fördert die Entspannung der verkrampften Muskulatur und lindert dadurch die Schmerzen. Wer nicht mit Wärmeflasche oder Kirschkernkissen hantieren möchte, kann die schmerzhafte Körperregion mit Pflaster behandeln, die 12 Stunden auf der Haut verbleiben und ihr gehörig einheizen sollen. Die Inhaltsstoffe wirken auf die Rezeptoren der Haut und verbessern ihre Durchblutung. Eine gute Durchblutung ist Voraussetzung für eine ausreichende Versorgung der Muskeln mit Sauerstoff und Nährstoffen. Außerdem sollen Wärmepflaster den Abtransport von Stoffwechselendprodukten verbessern.
Als Wirkstoffe wird häufig Capsaicin eingesetzt, das der Chilischote ihre Schärfe verleiht. Gelegentlich wird der feurige Inhaltsstoff mit anderen Wirkstoffen kombiniert. Pflaster für empfindliche Haut enthalten Nonivamid, eine synthetische Variante von Capsaicin. Neben diesen klassischen Wärmepflastern gibt es die Möglichkeit, Verspannungen mit eisenpulverbasierten Wärmepflastern in die Flucht zu schlagen. Sie sind mit Eisenpulver bestückt, das mit Sauerstoff und Luft reagiert. Die entstehende Reaktionswärme wird an die Haut abgegeben. Die Wirkung von eisenpulverbasierten Pflastern beruht allein auf der Wirkung der Wärme. Pflaster mit Capsaicin sollen noch mehr können. So wirkt der Scharfmacher direkt auf jene Nervenfasern, die für die Weiterleitung von Schmerzen verantwortlich sind. Dort blockiert er die Übertragung der Schmerzimpulse, indem er den Transport des Transmitters Substanz P verhindert. Die behandelten Körperregionen werden dadurch schmerzunempfindlicher.
Kinesiologische Tapes wirken ganz ohne Chemie
Ganz ohne Wirkstoff kommen acrylbeschichtete kinesiologische Tapes aus, die in allen erdenklich Farben und Formen Beschwerden des Rückens, der Schulterpartie oder des Nackens lindern sollen. Immer mehr Physiotherapeuten und Ärzte schwören auf die Wirkung der elastischen Bänder. Anders als beim klassischen Taping setzen die Kinesiotapes nicht vorrangig auf eine Stabilisierung von Gelenken. Es geht vielmehr darum, die Rezeptoren der Haut zu aktivieren und auf diesem Weg auch die Muskeln und Gelenke in der Tiefe anzusprechen.
Kinesiotape besitzt Elastizitätseigenschaften ähnlich des menschlichen Muskels und einer hautähnlichen Dicke. Der Therapeut klebt die Tapes auf die gedehnte Haut. Bei jeder Bewegung hebt sich das Band und damit auch die Haut leicht an. Diese leichte Massage regt die Durchblutung und den Lymphfluss an, entspannt Muskeln und lindert Entzündungen und Schmerzen. Generell lässt sich die Methode bei unterschiedlichen Beschwerden des Bewegungsapparates anwenden, so etwa bei Sehnenentzündungen oder schmerzhaften Muskelverspannungen. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten des Taping bislang nicht, da die Wirkung des Verfahrens nur unzureichend untersucht ist.


