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Volkskrankheit Rückenschmerz

Oft lässt sich die Ursache nur schwer ermitteln

Von Rückenschmerzen sind nach dem Bundesgesundheitssurvey des Robert-Koch-Instituts 62 Prozent der Frauen und 56 Prozent der Männer betroffen. Rund 75 Prozent aller Rückenschmerzen liegt keine klare Ursache zugrunde.

Rückenschmerzen sind in westlichen Ländern die Hauptursache für Arbeitsunfähigkeit. Laut einer Befragung des BKK-Bundesverbandes sind mehr als zwei Drittel der deutschen Bevölkerung von Rückenbeschwerden betroffen – Tendenz steigend. Meist sind die Auslöser Bewegungsmangel, Fehlbelastung und Stress.

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Ohne Bewegung mangelt es an Muskulatur

Die meisten Menschen in Deutschland legen nach Angaben des Zentrums für Gesundheit der Deutschen Sporthochschule Köln heute nur etwa 600 Schritte am Tag zurück – um 1900 waren es noch 10-20 Kilometer. Dabei ist gerade körperliche Aktivität für einen gesunden Rücken wichtig, da die Muskelmasse ab dem 30. Lebensjahr automatisch abbaut. Die Folge: Eine schwache Rückenmuskulatur, die zu Schmerzen führen kann.

Normalerweise haben die Muskeln die Aufgabe, den Bewegungsapparat zu stützen und zu entlasten. Sind sie zu schwach, geht jede Belastung unvermindert auf Wirbelsäule, Knochen, Sehnen und Bänder. Diese verschleißen schneller, ab einem bestimmten Grad kommt es zu Schmerzen. Ein Phänomen, von dem der heutige Sitzmensch zunehmend betroffen ist.

Schmerzen durch Fehlbelastungen und Stress

Über- und Fehlbelastungen durch ruckartige Bewegungen oder falsches Heben schwerer Lasten führen zu einer Überanstrengung der Wirbelsäule. Die Bandscheiben werden belastet und der Körper sucht einen unbewussten Ausgleich der schmerzenden Haltung. Die damit verbundenen Muskelkontraktionen führen zu Verspannungen und Schmerzen.

Auch Stress spielt neben den körperlichen Belastungen eine große Rolle als Schmerzauslöser oder -verstärker. Er kann zu einer verspannten Rückenmuskulatur beitragen. Diese reizt in der Nähe liegende Nerven und kann somit Beschwerden auslösen.

Teufelskreis der Chronifizierung verhindern

Wenn der Rücken schmerzt, scheint eine Schonhaltung mit möglichst wenig Bewegung Linderung zu schaffen. Ein unbewusster Ausgleich führt aber durch Muskelkontraktionen meist zu weiteren Verspannungen und erneut zu Schmerzen. Der Beginn eines klassischen Teufelskreises. Wenn dem nicht entgegen gewirkt wird, kann der Schmerz ein „Gedächtnis" (Link zu Schmerzgedächtnis) ausbilden, chronisch werden (also länger als sechs Monate bestehen bleiben) und anhaltende körperliche Einschränkungen nach sich ziehen.

Beim effektiven Weg aus der Schmerzfalle ist es zunächst wichtig, die Auslöser zu erkennen und gleichzeitig eine mehrdimensionale Therapie (Link Rückenschmerz, Therapie) einzuleiten. Hierzu gehören ausreichende Bewegung und Entspannung. In der Akutphase von Rückenschmerzen und um Bewegung überhaupt erst zu ermöglichen, haben sich Schmerzmedikamente bewährt, die wirksam und verträglich den Schmerz lindern und gleichzeitig Entzündungen bekämpfen.


Quelle: Patientenleitlinie „Rücken- und Kreuzschmerzen", Medizinisches Wissensnetzwerk evidence.de der Universität Witten/Herdecke, aktualisierte Version: 06/2006
Schmerzfrei durch den Tag – Alltagsschmerzen verbeugen und behandeln. Bayer Vital GmbH, 2006
Autor: Springer Medizin
Stand: May 27, 2009


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