Spannungskopfschmerz erkennen
Die richtige Diagnose entscheidet über den Behandlungserfolg
Die Internationale Kopfschmerzgesellschaft unterscheidet mehr als 251 Kopfschmerzarten - der Spannungskopfschmerz kommt mit 54 Prozent am häufigsten vor. Eine wirksame und effektive Behandlung kann nur erfolgen, wenn der Kopfschmerz richtig als Spannungskopfschmerz erkannt und nicht mit anderen Kopfschmerzen, z.B. Migräne, verwechselt wird.
Zur besseren Abgrenzung der einzelnen Kopfschmerzarten hat die Internationale Kopfschmerzgesellschaft die Symptome des Spannungskopfschmerzes wie auch der anderen Kopfschmerzarten genau definiert. Typisch für einen Spannungskopfschmerz sind dumpf-drückende oder ziehende Schmerzen, die in beiden Kopfhälften auftreten. Im Unterschied zur Migräne ist der Schmerz meist von leichter bis mäßiger Intensität und verstärkt sich auch bei normaler körperlicher Aktivität nicht. Die meisten Betroffenen leiden unter periodischem Spannungskopfschmerz, d.h. die Beschwerden treten an höchstens 14 Tagen im Monat, meist jedoch weniger häufig auf. Weitaus seltener (in 3 Prozent der Fälle) kommt chronischer Spannungskopfschmerz vor. Hier beträgt die beschwerdefreie Zeit weniger als zwei Wochen im Monat bzw. 180 Tage im Jahr.
Grundlage der Diagnose ist das ausführliche Arzt-Patienten-Gespräch
Der Arzt kann die Diagnose Spannungskopfschmerz in den meisten Fällen bereits aufgrund eines ausführlichen Gespräches mit dem Patienten (Anamnese) und nach einer körperlichen Untersuchung stellen. Menschen, die wegen ihrer Kopfschmerzen erstmalig einen Arzt aufsuchen, sollten darauf vorbereitet sein, die Beschwerden und Umstände ihrer Kopfschmerzen genauestens beschreiben zu können. Denn der Arzt wird eine Menge Fragen stellen, z.B. wie oft der Schmerz kommt, wie intensiv und langanhaltend er ist, wo genau er auftritt, ob andere Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Erbrechen bestehen oder ob es in der Familie ähnliche Kopfschmerzfälle gibt.
Eine apparative Diagnostik ist meist nicht erforderlich
Zusätzlich stehen apparative Diagnosemethoden zur Verfügung, etwa bildgebende Verfahren wie Röntgenuntersuchungen, Computertomographie oder die Ableitung der Hirnströme (EEG). Sie werden jedoch nur sehr selten angewendet, lediglich in Fällen, in denen Gespräch und körperliche Untersuchung ein uneindeutiges Krankheitsbild ergeben und andere Ursachen für die Kopfschmerzen wie Hirntumoren nicht sicher ausgeschlossen werden können.
Ein Kopfschmerztagebuch kann die Diagnose erleichtern
Damit der Arzt den Kopfschmerz schnell und präzise einordnen kann, sollten Patienten mit häufigen Kopfschmerzen ein Kopfschmerz-Tagebuch führen. Notiert werden darin neben Angaben zur Beschaffenheit der Kopfschmerzen z.B. eingenommene Medikamente oder die angenommenen Auslöser und Begleitbeschwerden der Kopfschmerzen. Ein solches Vorgehen erleichtert nicht nur die Diagnose, sondern ermöglicht auch, den Verlauf der Beschwerden nach begonnener Behandlung und damit die Wirksamkeit der Therapie zu kontrollieren.


