Akupunktur und Stretching
Ein starkes Duo
Die Kombination von Akupunktur und Stretching ist ideal, um Schmerzen zu lindern, die von einer verhärteten Muskulatur herrühren. Dies ist das Ergebnis einer britischen Studie, die im Herbst 2003 im Journal "Acupuncture in Medicine" vorgestellt wurde. Im Rahmen der Studie untersuchten die Forscher insgesamt 40 Patienten, die unter dem so genannten myofaszialen Schmerzsyndrom litten - einer chronischen Schmerzform, die z. B. durch Überlastung, Fehlstellung oder Schonhaltung ausgelöst wird und von tastbaren lokalen Verhärtungen der Muskulatur gekennzeichnet ist. Das Fazit der Forscher: Die Kombination von Akupunktur und Stretching lindert die Schmerzen - Stretching allein kann sie verschlimmern.
In ihrer Studie untersuchten die Ärzte 40 Patienten mit Schmerzen am Bewegungsapparat. Die Patienten erhielten über drei Wochen entweder eine Akupunkturbehandlung mit anschließendem gezielten Stretching, nur die Stretchübungen ohne Akupunktur oder gar keine Behandlung (Kontrollgruppe). Im Anschluss an die drei Wochen setzten die beiden Behandlungsgruppen für weitere drei Wochen ihr Dehnübungsprogramm zu Hause fort. Die Akupunktur-Behandlung zielte auf die so genannten Triggerpunkte, die beim myofaszialen Schmerzsyndrom eine Schlüsselrolle in der Schmerzvermittlung spielen. Diese Triggerpunkte sind tastbare lokale Verhärtungen der Muskulatur, von denen der Schmerz ausstrahlt und die selbst schmerzsensibel sind. Das Ergebnis: Mit Akupunktur und Stretching konnten die Triggerpunkte inaktiviert werden, die Muskeln entspannten sich und der Schmerz ließ nach. Auch die Zahl der Patienten, die eine weitere Behandlung benötigten, war nach der Kombination aus Akupunktur und Stretching deutlich kleiner als in den anderen beiden Gruppen. Stretching allein konnte die Beschwerden verschlimmern.
Triggerpunkte können z. B. durch Überbelastung, Fehlstellung, Schonhaltung oder Trainingsmangel entstehen. Dabei wird die Muskulatur an den betroffenen Körperstellen nur mangelhaft mit Sauerstoff versorgt und zieht sich dauerhaft zusammen. Ist eine solche Verspannung erst einmal vorhanden, so kann der Muskel erst recht nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. Die betroffene Person nimmt automatisch eine Schonhaltung ein, die wiederum zur Verspannung anderer Muskelgruppen führt - weitere Triggerpunkte können entstehen. Besonders häufig strahlen die Schmerzen dabei in Rücken, den Schulter-Nacken-Bereich oder die Schläfenregion aus. Akupunktur bietet einen Ausweg aus diesem Teufelskreis, mit ihrer Hilfe können die Triggerpunkte an der Körperoberfläche diagnostiziert und deaktiviert werden. "Die Akupunktur erlaubt eine frühzeitige und sichere Diagnose und Behandlung von Triggerpunkten", unterstreicht Prof. Frank Bahr von der Deutschen Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin e.V. (DAAAM). "Ein breiter Einsatz in der Grundversorgung könnte somit der Entstehung chronischer Schmerzen und Fehlfunktionen effektiv vorbeugen", so Bahr weiter.




