Mann hat Schmerzen

Nadeln aktivieren Schmerzschalter im Gehirn

Erfolge in der Schmerztherapie

Die Akupunktur erzielt beachtliche Erfolge in der Schmerztherapie. Eine wiederholte oder anhaltende Reizung an Akupunkturpunkten kann signifikant die Schwelle heben, ab welcher der Körper Schmerzen anzeigt.

Viele Untersuchungen belegen eine durch Akupunktur verursachte Aktivität in Schmerzzentren, wie in den „Mandelkern" und „Insel" genannten Gehirnteilen. US-Forscher fanden heraus, dass dies auch auf das „Periaquäduktale Grau" (PAG) zutrifft, ein weiterer Schmerzschalter im Gehirn, der auch als zentrales Höhlengrau bezeichnet wird.

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Akupunkturpunkt kontra Nicht-Akupunkturpunkt

Ein erfahrener Akupunkteur nadelte sieben gesunde Studienteilnehmer an jeweils zwei Hautstellen über 30 Minuten. Einer der zwei Orte war ein Akupunkturpunkt am Handrücken, der andere ein Nicht-Akupunkturpunkt am rechten Bein. In den Akupunktur-Phasen (jeweils 30 Sekunden) erfolgte die Reizung durch Vorschieben, Ziehen und Drehen der Nadeln. Jeder Akupunktur-Phase folgte eine gleichlange Ruhezeit. Die Reizungen am Nicht- Akupunkturpunkt gestalteten sich in derselben Weise. Vier Teilnehmer gaben an, gleich nach den Nadelungen am Akupunkturpunkt das charakteristische De-Qi-Gefühl empfunden zu haben, eine Mischung aus Taubheit und Schmerz, die eine erfolgreiche Therapie in der Regel begleitet.

Sichtbar gemacht

Bei allen sieben Teilnehmern gelang es den Forschern, in eindrucksvollen Bildern die Aktivitätsänderung im zentralen Höhlengrau des Gehirns (PAG) darzustellen, während akupunktiert wurde. Sie verwendeten dazu ein relativ neues Verfahren, das auf der Kopplung von MRT (Magnetresonanztomographie) und Messung des Sauerstoffgehaltes im dargestellten Gebiet beruht. Die gemessene Aktivität stimmte mit der Dauer der Reizung gut überein. Zudem beobachteten die Forscher, dass auch Felder der Hirnrinde die Reizungen beantworteten. Eine deutlich abgeschwächte Aktivität zeigte sich dann bei der Reizung am Nicht-Akupunkturpunkt.

Autoren früherer Studien akupunktierten weniger intensiv und stellten keine PAG-Aktivität fest. In der vorliegenden Untersuchung gelang es den Wissenschaftlern, mittels Akupunktur dieses wichtige Schmerzzentrum sowie Abschnitte der Schmerzrinde deutlich messbar zu beeinflussen und dies auch in MRT-Bildern sichtbar zu machen. Sie betonen, dass die Deutung verschiedener Einzelheiten noch Schwierigkeiten bereitet und zu fachlichen Kontroversen führt. Dennoch scheint fest zu stehen, dass sowohl der Schmerzschalter PAG als auch die zugehörige Schmerzrinde durch Akupunkturreize deutlich sichtbar beeinflusst werden können.


Quelle: Liu WC et al: fMRI study of acupunctureinduced periaqueductal gray activity in humans. Neuroreport 2004;15:1937-40.
Autor: Publisher: DAGST
Stand: Nov 15, 2006


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