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Chronische Krankheiten

Akupunktur gibt im Magen den Takt an

Durch die Stimulation bestimmter Akupunkturpunkte lassen sich Magenbeschwerden wirksam lindern. Dass dabei jeder Akupunkturpunkt seine eigene und spezielle Wirkung auf die Magenmuskulatur hat, zeigt jetzt eine Untersuchung aus Japan.

Basierend auf der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat sich die Akupunktur über Jahrtausende hinweg entwickelt. Zur Behandlung von Erkrankungen oder Störungen im Bereich des Magen-Darmtrakts hat sich die Stimulation ganz bestimmter Akupunkturpunkte bewährt: Dazu gehört der so genannte Punkt KS6, der innen am Handgelenk liegt und beispielsweise zur Linderung der Reisekrankheit eingesetzt wird. Außerdem eignet sich der Akupunkturpunkt Ma36 unter dem Knie zur Therapie von Magenleiden. Während der Behandlung werden in der Regel mehrere Punkte gleichzeitig stimuliert, meist mit Hilfe von Akupunkturnadeln. Die Kombination der Punkte hängt dabei von den individuellen Beschwerden ab.

Japanische Forscher wollten nun herausfinden, ob sich die Akupunkturpunkte KS 6und Ma 36 in ihrer Wirkung auf die Muskulatur des Magens tatsächlich unterscheiden. Dazu wurden acht gesunde Versuchsteilnehmer in mehreren Versuchsdurchläufen entweder am Punkt Ma 36 oder am Punkt KS 6 oder an beiden Punkten gleichzeitig akupunktiert. Zum Vergleich behandelte man die Probanden auch an einer unwirksamen Stelle an der Schulter. Die Behandlung dauerte jeweils eine halbe Stunde; dabei wurden die Akupunkturpunkte nicht mit Nadeln, sondern elektrisch stimuliert. Um die Reaktionen des Magens auf die Akupunkturreize beurteilen zu können, nutzten die Wissenschaftler die so genannte Elektrogastrographie (EGG). Auf diese Weise lässt sich die Muskelaktivität des Magens, die in rhythmischen Wellen verläuft, von außen messen und aufzeichnen.

Die Ergebnisse der Untersuchungen zeigen, dass die Akupunkturpunkte den Takt der Muskulatur im Magen verschiedenartig beeinflussten: Je nachdem, welcher Punkt gereizt wurde, veränderte sich die Häufigkeit der Wellen oder deren Intensität. Doch auf die vorgetäuschte Stimulation an der Schulter reagierte die Magenmuskulatur nicht.

Die Reaktionen des Körpers auf die Akupunkturreize sind also äußerst komplex. Jeder Akupunkturpunkt scheint eine ganz spezifische Wirkung entfalten zu können. Auf diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig die richtige Auswahl der Akupunkturpunkte für eine erfolgreiche Therapie ist. Deshalb sollte die Behandlung von einem in Akupunktur geschulten und erfahrenen Arzt durchgeführt werden.


Quelle: Shiotani A et al.: Effects of electroacupuncture on gastric myoelectrical activity in healthy humans. Neurogastrology and Motility (2004); 16(3): 293-298.


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Autor: Springer Medizin
Stand: Oct 29, 2004


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