Schwangerschaftserbrechen
Akupunktur zeigt Wirkung
Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin wie Akupunktur und Akupressur bekämpfen bei Schwangeren mit starkem Schwangerschaftserbrechen (Hyperemesis) die Symptome Übelkeit und Erbrechen besser als die Plazebobehandlung. Dabei zeigte die Akupunktur die besten Behandlungserfolge.
Die meisten Schwangeren klagen zu Beginn der Schwangerschaft über Übelkeit und Erbrechen. Meist hören die Beschwerden nach der 12. bis 14. Schwangerschaftswoche von allein auf. Bei ein bis zwei Prozent aller Betroffenen kommt es aber zu der schwerwiegenderen Form des Schwangerschaftserbrechens, der so genannten Hyperemesis gravidarum mit gefährlichem Flüssigkeits- und Gewichtsverlust. Dieser Zustand muss im Krankenhaus durch Flüssigkeitsersatz und bestimmte Medikamente gegen Übelkeit und Angst bekämpft werden. Behandelt werden jedoch nur die Symptome, nicht jedoch die Ursachen.
Eine kürzlich in der Fachzeitschrift Forschende Komplementärmedizin und Klassische Naturheilkunde veröffentlichte Studie konnte zeigen, dass es auch eine andere für Mutter und Kind sichere Methode gibt, diese Erkrankung zu behandeln: Die Akupunktur bzw. Akupressur. Kroatische Ärzte untersuchten 36 Schwangere mit Hyperemesis, die sie nach dem Zufallsprinzip entweder mit Akupunktur, Akupressur oder dem nicht wirksamen Plazebo behandelten. Dabei wussten weder die Frauen noch die Ärzte, die die Studie auswerteten, zu welcher Gruppe sie jeweils gehörten. An sieben Tagen wurden die Schwangeren für je 30 Minuten an einem speziellen Punkt an der Innenseite des Handgelenkes genadelt. Die Schwangeren der Gruppe Akupressur drückte diesen Punkt für je 30 Minuten, wann immer sie Übelkeit verspürten. Die Plazebo-Gruppen erhielten nach dem selben Schema eine Therapie an nicht wirksamen Punkten.
90 Prozent der Schwangeren, die eine Akupunktur erhalten hatten und 64 Prozent der Akupressur-Gruppe hatten nach sieben Tagen keine Übelkeit und Erbrechen mehr. Somit waren auch keine Medikamente mehr nötig. Im Vergleich dazu zeigten nur 13 Prozent der Plazebo-Akupunktur- und keine Schwangere der Plazebo-Akupressur-Gruppe eine Besserung.
Die Verfahren Akupunktur und Akupressur haben bei richtiger Anwendung keine Nebenwirkungen und beeinträchtigen auch nicht die Entwicklung des Kindes oder den Schwangerschaftsverlauf. Daher empfehlen die Autoren beide Methoden als kostengünstige und sichere Alternative zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen in der Schwangerschaft. Hierbei ist die Akupressur für weniger schwere Fälle und vor allem für die Selbstbehandlung zu Hause geeignet, da sie etwas schwächer wirksam war. Dafür kann sie aber von jeder Frau selbstständig durchgeführt werden.
(DAAAM)
Quelle: Habek D. et al.: Success of Acupuncture and Acupressure of the Pc 6 Acupoint in the Treatment of Hyperemesis Gravidarum. Forschende Komplementärmedizin und Klassische Naturheilkunde 2004; 11:20-23.




