
Wirksamkeit
Akupunkturwirkung sichtbar gemacht
Seit mehr als 10 Jahren wachsen Akupunktur und Bilddiagnostik fest zusammen, so dass ihre Wirkmechanismen immer besser sichtbar gemacht werden können. Ein internationales Forscherteam stellte vor kurzem die bisherige Entwicklung und den Ist-Stand der Bildgebung in der Akupunktur vor.
Das Interesse, die Funktion der Akupunktur und ihre Mechanismen mit technischen Verfahren darzustellen und zu prüfen, ist seit Mitte der 90er Jahre sprunghaft gestiegen. Moderne Entwicklungen in der Bildgebung, darunter die Positronenessions- (PET) und Kernspintomographie (MRT), bieten der Wissenschaft neue Einblicke, die eine nahezu risikofreie, aber dennoch genaue Beobachtung der Akupunkturmechanismen vor allem im Gehirn erlauben.
So ist es heute möglich, genau zu verfolgen, welche Hirngebiete auf die Reizung bestimmter Akupunkturpunkte reagieren. Aber auch Verknüpfungen zwischen den Hirngebieten lassen sich mit den neuen Methoden aufspüren. Dies gilt für Sinneseindrücke wie Sehen und Hören, Abwehrimpulse wie Übelkeit und Erbrechen, und natürlich für Schmerzreize.
Eine Gruppe britisch-französischer Ärzte stellte nun eine umfassende Übersicht vor, in der die Literatur unter besonderer Beachtung von Akupunktur und Bildgebung berücksichtigt wurde. Ziel der Wissenschaftler war es, nicht allein die bisherige Entwicklung darzustellen, sondern auch einen Blick auf künftige Forschungsstrategien und -tendenzen zu werfen.
Die Forscher gehen u.a. auf den Nutzen solcher Akupunkturpunkte ein, die mit den klassischen Sinneszentren eng verwoben sind. So fand man z.B. in China heraus, dass bestimmte Gebiete des Sehzentrums durch Nadelreize am Fuß genau so gereizt werden, wie es durch den natürlichen Lichteinfall in das Auge geschieht.
Explizit gehen die Forscher auf die bislang bekannten Schmerzmechanismen und die derzeit verfügbare Diagnostik ein. Mit dieser, so die Autoren, ließen sich die Nadelsignale bis in die Zonen des Gehirns verfolgen, die u.a. an der Entstehung von Wünschen, Erwartungen und Hoffnungen beteiligt sind.
Publisher: DAAAM
Quelle: Lewith GT et al: Investigating Acupuncture Using Brain Imaging Techniques: The Current State of Play. eCAM 2005;2(3)315-9.





