Akupunktur und das Immunsystem
deutliche Verminderung der weißen Blutkörperchen
In der westlichen Kultur ist die Akupunktur das beliebteste Behandlungskonzept aus dem alten China. In vielfältigen Bereichen konnte die Akupunktur inzwischen Fuß fassen. Unter anderem wird die Methode hierzulande gegen Krankheiten des Immunsystems wie etwa Asthma eingesetzt. Auch bei sogenannten Autoimmunkrankheiten wie etwa der Rheumatoiden Arthritis, bei denen sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper richtet zeigt die Akupunktur Erfolge. Doch nach wie vor liegen viele Einzelheiten ihrer Wirkweise im Dunkeln.
Ein Forscherteam aus Deutschland und der Schweiz hat in einerveröffentlichten Arbeit die Einflüsse der Nadeln auf die Konzentration wichtiger Zellen und Botenstoffe des Immunsystems analysiert. Speziell betrachteten die Wissenschaftler, ob die Konzentration weißer Blutkörperchen und die Blutspiegel der wichtigen Botenstoffe Kortisol und Noradrenalin durch Akupunktur beeinflusst werden. Dazu verteilten die Mediziner 10 gesunde junge Männer auf zwei Testgruppen (Akupunktur vs. Placebo). Die Gruppen nahmen in zwei Testperioden jeweils an drei Akupunktursitzungen teil.
Bei der tatsächlichen Akupunktur wurden vier Akupunkturpunkte genadelt. Zwei Wochen später wurden die Anwendungen wiederholt, jedoch mit einem Tausch der Teilnehmer. An vorherbestimmten Zeitpunkten entnahmen die Ärzte zudem Blutproben und maßen Blutdruck und Herzfrequenz.
Die Forscher konnten nach der dritten Akupunktursitzung eine deutliche Verminderung der weißen Blutkörperchen im Kreislauf feststellen. Im Gegensatz dazu blieben die Blutspiegel beider Botenstoffe durch die Akupunktur unbeeinflusst.
Diese Ergebnisse beweisen, so die Autoren, dass eine wiederholte Akupunkturtherapie das Immunsystem ganz konkret zu beeinflussen vermag, denn weiße Blutkörperchen spielen eine wesentliche Rolle bei Entzündungen und Infektionen sowie bei allergischen Reaktionen und den Autoimmunkrankheiten.
Quelle: Kou W et al: Repeated acupuncture treatment affects leukocyte circulation in healthy young male subjects: A randomized single-blind two-period crossover study. Brain Behav Immun 19(2005)318.




