Operation & Untersuchung
EMG einfacher mit Akupunktur?
US-Schmerzforscher untersuchten, ob die Akupunktur eine sinnvolle örtliche Betäubung im Rahmen einer Elektromyographie ermöglicht. Als Kontrolle dienten teleskopartig zusammenschiebbare Placebonadeln. Der erst vor kurzem durchgeführte Versuch könnte bald in die Therapie-Praxis einfließen.
) Zahlreiche Nerven- und Muskelerkrankungen machen eine Elektromyographie (EMG, Aufzeichnung der Muskelaktivität) notwendig. Hierbei werden feinste nadelförmige Metallelektroden in die ausgewählten Muskeln eingestochen. Über diese "Kontakte" werden, wie in anderen Schaltkreisen auch, die elektrischen Signale des Muskels abgeleitet und anschließend per Elektronik verstärkt und aufgezeichnet.
US-Mediziner haben nun im Rahmen einer Kontrollstudie an 51 Teilnehmern untersucht, ob eine Schmerzausschaltung mittels Akupunktur effektiv ist. Hat der Patient während des Eingriffs Schmerzen, stört dies die Messdaten und auch der Verlauf der Untersuchung wird durch die verminderte Mitarbeit des Patienten erschwert.
Die Testgruppe wurde beidseitig an den bekannten Akupunkturpunkten Di 4 und Le 3 genadelt, während die Kontrollgruppe Placebo-Teleskop-Nadeln an denselben Hautstellen erhielt. Äußerlich unterschieden sich beide Nadeln nicht voneinander. Erst nach Abschluss der Akupunktur erschien der EMG-Spezialist. Anhand von Schätzskalen beurteilten die Probanden ihre Schmerzen und die Bequemlichkeit des Verfahrens.
Ergebnis: In der Testgruppe wurden niedrigere Schmerzen gemessen, verglichen mit der Kontrollgruppe, ferner vermuteten 69% der Akupunktierten, auch tatsächlich akupunktiert worden zu sein, während es in der Kontrollgruppe lediglich 48% waren. Die Autoren schließen daraus, Akupunktur komme durchaus für die zur EMG notwendige örtliche Betäubung in Frage.
Publisher: DAAAM
Quelle: Smith MJ, Tong HC: Manual acupuncture for analgesia during electromyography: a pilot study. Arch Phys Med Rehabil 2005;86:1741-4.




