Operation & Untersuchung
Nadeln im OP: Weniger Narkosemittel
Bereits 1978 beschrieb Dr. med. Claus Broedersdorff ein Verfahren, bei dem die Ohrakupunktur eine Schmerzausschaltung bei Operationen bewirkt. Diese Schmerzausschaltung durch Ohrakupunktur bei Operationen bezeichnet man als Aurikulo-Elektro-Stimulations-Anästhesie, kurz AESA. Ein Vorteil dieses Verfahrens ist, dass erheblich weniger Narkotika benötigt werden. Zudem erholen sich die Patienten nach der Operation erheblich schneller als nach einer herkömmlichen Narkose, da der Körper weniger Narkosemittel abbauen muss.
So funktioniert AESA
Direkt nach Einleitung der Vollnarkose - die sich nicht von der Einleitung einer "normalen" Vollnarkose unterscheidet -, werden an jedem Ohr zwei Nadeln gestochen . Dabei werden nur sterile Einmalnadeln eingesetzt. Mit Hilfe eines Spezialgerätes werden die Nadeln mit elektrischem Strom stimuliert. Es wird je ein Kabel an die beiden identischen Nadeln jeder Ohrseite angeschlossen, wodurch es zu einer Schmerzunempfindlichkeit des ganzen Körpers kommt. Im Gegensatz zur Verwendung von Körper-Nadeln - die man für jeden Eingriff besonders kombiniert -, werden die Nadeln bei AESA zu jeder Operation gleich gesetzt.
So wird die Vollnarkose durch eine elektrostimulierte Ohrakupunktur ergänzt, um eine hypnotische und analgetische Wirkung zu erzielen. In manchen Fällen ist eine Medikamentengabe zur Entspannung (Relaxierung) nötig, bei gleichzeitiger Beatmung mit einem Lachgas/Sauerstoffgemisch.
Bei der Kombination von AESA mit einer sehr flachen Narkose werden Herz und Kreislauf weniger belastet als bei den herkömmlichen Anästhesie-Verfahren. Während des weiteren Verlaufs der Narkose können bis zu 70% der sonst nötigen Narkosemittel gespart werden, um die gleiche Narkosetiefe zu erreichen. Nach Beendigung der Operation wird das Nadelstimulationsgerät abgestellt. Innerhalb kürzester Zeit sind die Patienten wieder ansprechbar und bereits nach wenigen Minuten voll orientiert. Die Nadeln bleiben noch gesetzt und werden erst später auf Station entfernt, da bei zu frühem Entfernen sofort starke Schmerzen auftreten würden.
Was sagen Patienten zu AESA?
Die Auswertung von Patientenfragebögen, die nach jeder Narkose verteilt wurden, zeigt, dass die Akzeptanz der Aurikulo-Elektro-Stimulations-Anästhesie sehr groß ist. Kein Patient beschrieb unangenehme Wahrnehmungen oder Schmerzen während der Narkose. Als sehr positiv empfanden alle Patienten, dass sie schnell aus der Narkose aufgewacht sind und damit wieder orientiert waren. Besonders die Patientinnen mit gynäkologischen Operationen empfanden die ausnahmslos fehlende Übelkeit als sehr angenehm.
Einige wenige Patienten begrüßten zwar das schnelle Aufwachen, empfanden jedoch den Aufenthalt im Aufwachraum bei voller Orientierung als unangenehm.
Ein großes Problem war anfangs nach Entfernung der Nadeln im Aufwachraum die Behandlung der durch die Operation verursachten Schmerzen. Alle Patienten nach großen Eingriffen berichteten, dass diese Operationsschmerzen innerhalb von fünf Minuten einsetzten, wenn die Nadeln entfernt waren - zu einem Zeitpunkt, wenn sie gerade auf die Station gebracht wurden. Deshalb bekommen jetzt Patienten bei solchen Eingriffen direkt nach Entfernung der Nadeln noch im Aufwachraum ein Schmerzmittel. Auf diese Weise werden die Schmerzen vermieden. Selten klagen Patienten am ersten Tag nach der Operation über Schmerzen im Einstichbereich der Nadeln. Diese verschwinden ohne weitere Therapie innerhalb der nächsten zwei Tage folgenlos.
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Die Patienten-Zeitschrift "Akupunktur" erscheint in Hippokrates Verlag und wird realisiert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Aurikulomedizin e.V. Die Zeitschrift ist ausschließlich im Wartezimmer von ausgewählten Akupunktur-Ärzten erhältlich. Fragen Sie Ihren Arzt danach! Im Zeitschriftenhandel und beim Verlag ist die Zeitschrift nicht zu beziehen. Der Abdruck auf LIFELINE erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Hippokrates Verlages.




