Allergie: Ohr-Akupunktur
Hilft bei allergischem Asthma
Wer von Heuschnupfen oder allergischem Asthma geplagt wird, erwartet nicht sehnsuchtsvoll, sondern bestenfalls zwiespältig den kommenden Frühling und Sommer. Denn sobald die Pollen fliegen und die Gräser blühen, stellen sich nicht nur Frühlingsgefühle ein, sondern auch die verstopfte Nase, die tränenden Augen und die Atembeschwerden.
Also heißt es wieder: Türen und Fenster schließen, Nasentropfen vor den Schlafen gehen nicht vergessen und den segensreichen Turbohailer (»Asthma Spray«) für alle Fälle immer griffbereit in die Tasche.
Gibt es nichts, was man vorsorglich tun könnte, um die Beschwerden zu lindern? Die Antwort lautet: Die Ohr-Akupunktur ist eine hervorragende Möglichkeit, allergisches Asthma prophylaktisch zu therapieren und so die Beschwerden zu reduzieren oder gar nicht erst entstehen zu lassen!
Wie kann man über Nadeln am Ohr Einfluss auf den ganzen Körper ausüben?
Auf der Ohrmuschel befinden sich so genannte Reflexzonen für sämtliche Körperteile und Organe des Menschen. Man könnte sagen: der gesamte Körper ist auf der Ohrmuschel abgebildet. Durch Akupunktur dieser Reflex-punkte kann man geschwächte Systeme stärken und die Selbstheilungskräfte des Menschen aktivieren.
So kann man also durch Akupunktur des »Lungenpunktes« am Ohr die Lungen des Patienten stärken und damit die Entzündungsreaktion bei Bronchitis oder allergischem Asthma bremsen. Auch lässt sich über den Punkt der Nasennebenhöhlen die verstopfte Nase befreien.
Aber damit nicht genug. Neben den »Organ-Punkten«, die den einzelnen Organen wie der Lunge zugeordnet sind, gibt es auch »Funktions-Punkte« am Ohr. Durch Aktivierung (sprich: Nadelung) dieser Funktionspunkte können gestörte Körperfunktionen harmonisiert werden.
Für den Allergiker ist als Funktions-Punkt der »Allergie-Punkt« von herausragender Bedeutung, denn durch Nadelung dieses Punktes ist es möglich, die Allergie-Bereitschaft zu dämpfen. Außerdem gibt es verschiedene Punkte am Ohr, die das gesamte Immunsystem stärken. Darüber hinaus verhelfen psychisch stabilisierende Punkte dazu, das seelische Gleichgewicht wiederherzustellen.
Wenn die Allergie therapieresistent erscheint
Manchmal sind Allergien besonders hartnäckig und das Asthma erscheint therapieresistent. Spätestens dann lohnt es sich, nach »Störherden« zu suchen. Was verbirgt sich hinter dem Begriff »Störherd«?
Störherde sind beispielsweise alte Narben, die den Energiefluss beeinträchtigen können. Auch chronische Entzündungen, mit denen man lebt, ohne dass sie das Allgemeinbefinden offensichtlich stören, können doch unterschwellig die Abwehrkraft des Körpers empfindlich schwächen. Leider treten auch Zähne oft als Störenfriede in Erscheinung. Manchmal sind sie kariös und damit ohnehin behandlungswürdig, manchmal stören sie, obwohl sie aus zahnärztlicher Sicht völlig in Ordnung sind. Dies kommt immer wieder nach Wurzelbehandlungen vor.
Störherde können durch Akupunktur ihrer Reflexpunkte entschärft werden
Aktive Störherde zeigen sich an ihren Reflexpunkten am Ohr und können so entdeckt werden. Durch mehrmalige Akupunktur ihrer Reflexpunkte können sie in ihrer störenden Wirkung entschärft und im besten Falle sogar unschädlich gemacht werden. Das bedeutet bildlich gesprochen, dass sich der Körper nicht länger mit diesen unterschwelligen Energiefressern auseinandersetzen muss, sondern seine Kräfte auf die Abwehr des aktuellen Krankheitserregers oder die Harmonisierung der Immunabwehr konzentrieren kann. Dies führt dazu, dass chronische Krankheiten wie Asthma nicht von Jahr zu Jahr schlimmer werden, sondern dass es zu merklichen Besserungen oder gar zum Verschwinden der Probleme kommt.
Wann ist der richtige Zeitpunkt für die Behandlung?
Der günstigste Zeitpunkt für die Akupunktur-Behandlung ist kurz vor Beginn der »Saison«. So hat der Patient die Chance, mithilfe der Akupunktur beschwerdefrei durch seine heikle Zeit zu kommen. Aber auch wenn er bereits unter allergischen Symptomen leidet, ist es nicht zu spät. Das Ausmaß seiner Beschwerden kann durch die Ohr-Akupunktur deutlich gemindert werden.
Können auch Kinder, die unter Asthma leiden, mit Ohr-Akupunktur behandelt werden?
Da Kinder mit Asthma einen hohen Leidensdruck haben, sind sie oft schon im Alter von 8 bis 10 Jahren bereit, sich feine Nadeln ans Ohr setzen zu lassen. Wenn sie dann spüren, dass ihnen die »Piekser« tatsächlich Erleichterung bringen, sind sie gerne bereit, sich mehrfach nadeln zu lassen.
Kinder sprechen sehr sensibel auf die Ohr-Akupunktur an. Daher ist die Stimulation der Ohr-Punkte mit dem völlig schmerzlosen Akupunktur-Laser, durch den die Ohrpunkte statt der Nadel sanft aktiviert werden können, ebenso wirkungsvoll wie die Nadelung. So gibt es für ängstliche oder sehr junge Patienten eine gute Alternative zur Akupunktur-Nadel.
Es hat sich bewährt, bei Kindern kleine Metallkügelchen oder Hirsekörner auf die aktiven Punkte am Ohr zu kleben. Dann können die Kinder sich auch selbst noch etwas Gutes tun, indem sie die Kügelchen rubbeln und somit die Reflexzonen des Lungenareals oder des Allergiepunktes aktivieren. Bei Erwachsenen gibt man gerne eine Dauernadel in den wichtigsten Punkt, die der Patient durch einen kleinen Magneten in den Tagen nach der Akupunktur stimulieren kann.
Was kann man selbst noch tun?
ie sollten sich im Joggen versuchen, denn Joggen oder auch Walken stärkt den Funktionskreis der Lunge. Wichtig ist, dass Sie als Asthmatiker mit sehr kleinen Schritten beginnen und sich nicht übernehmen. Wenn Sie darauf achten, dass Sie so langsam laufen, dass Sie nie außer Atem kommen, haben Sie das richtige Tempo. Es kommt überhaupt nicht darauf an, ein bestimmtes Tempo zu schaffen oder eine vorgegebene Strecke zu bewältigen. Es kommt einzig darauf an, dass Sie sich beim Laufen wohl fühlen, dann steigern sich Tempo und Strecke ganz von allein und ihre Lungen-Energie nimmt zu. Damit steigern sich ihre Abwehrkräfte und die Allergie-Bereitschaft lässt nach.
Auch Qi-Gong-Übungen ("tschi-gung") sind hervorragend geeignet, den Atem zu führen und die Kondition zu stärken. Selbst für Menschen mit Geh- und Stehproblemen gibt es Qi-Gong-Übungen, die im Sitzen durchgeführt werden können. Die Bewegungen sind einfach in ihrer äußeren Form und effektiv, wenn man sie konsequent anwendet. Übung macht den Meister!
Dr. med. Martina Jacob, Referentin der Deutschen Akademie für Akupunktur und Aurikulomedizin, München
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Die Patienten-Zeitschrift "Akupunktur" erscheint in Hippokrates Verlag und wird realisiert in Zusammenarbeit mit der Deutschen Akademie für Aurikulomedizin e.V. Die Zeitschrift ist ausschließlich im Wartezimmer von ausgewählten Akupunktur-Ärzten erhältlich. Fragen Sie Ihren Arzt danach! Im Zeitschriftenhandel und beim Verlag ist die Zeitschrift nicht zu beziehen. Der Abdruck auf LIFELINE erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Hippokrates Verlages.




