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Somatostatin-Analoga

Mittel der 1. Wahl

Somatostatin-Analoga gelten heute in der Behandlung der Akromegalie als die medikamentöse Therapie der ersten Wahl. In Deutschland sind zwei verschiedene Somatostatin-Analoga verfügbar: Octreotid und Lanreotid.

Die medikamentöse Therapie mit einem Somatostatin-Analogon führt zu einer effektiven Symptombehandlung. Kopfschmerzen verbessern sich innerhalb weniger Stunden und Abschwellungen des Gewebes werden nach zwei bis vier Tagen sichtbar.

Eine Reduktion der Wachstumshormonspiegel wird bei 80-95% der Patienten erreicht, eine Senkung unter den wichtigen Schwellenwert von 2,5 µg/l wird bei etwa 2/3 der Patienten mit Octreotid erreicht. Des Weiteren kann die Therapie mit Somatostatin-Analoga zu einer Verkleinerung des Hypophysentumors führen.

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Allgemein ist die Therapie mit Somatostatin-Analoga gut verträglich

Die vorwiegenden Nebenwirkungen sind vorübergehende Magen-Darm-Beschwerden. In einigen Fällen wurde während einer Langzeitbehandlung über die Bildung von Gallensteinen berichtet. Daher sollten regelmäßig alle 3-6 Monate Ultraschalluntersuchungen der Gallenblase durchgeführt werden. Beim Auftreten von Grieß in der Gallenblase ist die medikamentöse Auflösung mit Gallensäuren meist erfolgreich.

Dopamin-Agonisten: Selten vollständige Krankheitskontrolle

Eine Senkung der Wachstumshormon-Sekretion durch einen Dopamin-Agonisten, der in Form einer Tablette eingenommen werden kann, wird bei rund 30-50% der Patienten erreicht - eine vollständige Krankheitskontrolle kann allerdings nur bei 10-20% der Patienten erzielt werden. Daher werden Dopamin-Agonisten heute nicht mehr so häufig bei der Akromegalie eingesetzt.
Zur Regulierung der überschüssigen GH-Produktion durch Dopamin-Agonisten sind meist hohe Dosen erforderlich, so dass verschiedene, die Lebensqualität beeinträchtigenden Nebenwirkungen wie Übelkeit, Absinken des Blutdrucks, Müdigkeit und Konzentrationsschwäche häufig vorkommen.

GH-Rezeptor-Antagonist

Ein GH-Rezeptor-Antagonist wie der Wirkstoff Pegvisomant hat eine hohe Bindungsaffinität zum Wachstumshormon-Rezeptor. Der GH-Rezeptor-Antagonist blockiert die Bindungsstelle und steht somit in Konkurrenz zum physiologischen Wachstumshormon.

Normalerweise löst die Bindung des Hormons an den Rezeptor Signale aus, die ins Zellinnere weitergeleitet werden und dort u.a. zur Bildung von IGF-1 führen. IGF-1 ist für die Symptomatik der Akromegalie mitverantwortlich.

Besetzt ein Antagonist die Bindungsstelle am GH-Rezeptor, findet keine Signalübertragung statt und IGF-1 wird nicht gebildet. Somit können GH-Rezeptor-Antagonisten die Krankheitszeichen der Akromegalie mildern.

Der GH-Rezeptor-Antagonist ist in Deutschland für die Behandlung der Akromegalie bei Patienten zugelassen, bei denen eine Operation und/oder eine Strahlentherapie nicht den gewünschten Behandlungserfolg erzielten und bei denen eine adäquate medikamentöse Behandlung mit Somatostatin-Analoga die IGF-1-Konzentration nicht normalisierte bzw. nicht vertragen wurde.


Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 6, 2005


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