
Medikamente bei Akromegalie
Wichtige Säulen der Therapie
Ziel der medikamentösen Therapie ist die Kontrolle der überschüssigen Wachstumshormon-Produktion des Hypophysenadenoms. Sie kann an zwei verschiedenen Punkten ansetzen: Entweder wird die GH-Produktion oder die Bindung des Hormons an seinen Rezeptor unterdrückt.
Das Ziel der Operation ist die Entfernung des Hypophysenadenoms unter Erhalt der gesunden Anteile der Hypophyse und dadurch die Normalisierung der Wachstumshormon-Produktion. Wird dieses Ziel nicht erreicht, gibt es die zusätzliche Möglichkeit einer medikamentösen Therapie oder einer Strahlentherapie, deren langsam, erst über Jahre einsetzender Effekt durch eine medikamentöse Therapie zur Normalisierung der Wachstumshormon(GH)-Produktion überbrückt werden muss.
Die medikamentöse Therapie kann an zwei verschiedenen Punkten ansetzen. Entweder wird die GH-Ausschüttung aus dem Hypophysenadenom gehemmt oder es wird die Bindung von GH an seine Bindungsstelle auf der Zelloberfläche, dem Rezeptor, und damit die Wirkung des Hormons unterdrückt. In beiden Fällen wird die Konzentration von IGF-1 gesenkt, das viele Wirkungen des Wachstumshormons im Körper vermittelt.
Vier gute Gründe für die medikamentöse Therapie
Eine medikamentöse Therapie wird aus vier Gründen eingeleitet:
- Als Vorbereitung auf die Operation
- Bei nicht ausreichendem Operationserfolg: Senkung der noch immer anhaltenden überschüssigen GH-Ausschüttung des Hypophysenadenoms
- Als Alternative zur Operation, falls eine Operation nicht möglich oder wenig erfolgversprechend ist.
- Als Überbrückung der verzögerten Wirkung der Strahlentherapie
Die Möglichkeiten der medikamentösen Therapie
Zur medikamentösen Therapie der Akromegalie stehen drei Substanzklassen zur Verfügung. Die Behandlung kann entweder mit Somatostatin-Analoga oder Dopamin-Agonisten sowie bei Versagen der Vorgenannten mit GH-Rezeptor-Antagonisten durchgeführt werden. Insgesamt erwiesen sich Somatostatin-Analoga im Vergleich zu Dopamin-Agonisten als wesentlich wirksamer. Allen Therapien ist gemein, dass die Behandlung meist dauerhaft ist. Zu einem Absetzen der Medikamente kommt es erst bei Unverträglichkeitsreaktionen bzw. wenn die gewünschte Wirkung und Krankheitskontrolle nicht bzw. nicht mehr erreicht wird.


