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Hypophysenadenom

Wachstumshormon zentral beteiligt

Die Hypophyse produziert das Wachstumshormon GH, das auch beim Erwachsenen wichtige Stoffwechselfunktionen erfüllt. Wird im Fall eines Hypophysenadenoms zu viel von dem Hormon gebildet, kann es zu teilweise schweren Störungen kommen.

Eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Akromegalie spielt das Wachstumshormon (engl. Growth hormone, abgekürzt GH), das durch den gutartigen Hypophysentumor in zu großen Mengen gebildet wird. Um die Akromegalie, die diagnostischen Maßnahmen und die medikamentöse Therapie besser zu verstehen, ist es wichtig, die Grundzüge der Regulierung und die Wirkungsweise des Wachstumshormons zu erläutern.

GH regelt nicht nur das kindliche Wachstum, sondern hat auch beim gesunden Erwachsenen eine wichtige Funktion im Fett-, Blutzucker- und Eiweiß-Stoffwechsel. Seine Ausschüttung aus der Hirnanhangdrüse unterliegt einem Regelkreis, der sicherstellt, dass weder zu viel noch zu wenig Hormon in das Blut gelangt. Dabei regulieren zwei übergeordnete Hormone aus dem basalen Hypothalamus - dem Gehirnteil, der unmittelbar über der Hirnanhangdrüse liegt - die Ausschüttung des Wachstumshormons: Das GHRH wirkt aktivierend und das Somatostatin, von dem auch moderne Medikamente abgeleitet sind, wirkt hemmend auf die GH-Produktion.

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Auch Blutzucker kontrolliert GH-Ausschüttung

Auch aus dem zirkulierenden Blut kommen stimulierende bzw. hemmende Einflüsse. Ein wichtiges Stoffwechselsignal für die Ausschüttung von GH ist der Gehalt an Traubenzucker (Glukose) im Blut. Eine erhöhte Glukose-Konzentration im Blut hemmt die Ausschüttung des Wachstumshormons und ein Glukosemangel regt seine Ausschüttung an. Dies machen sich Ärzte bei der Diagnose-Sicherung mit dem so genannten Glukose-Belastungstest zunutze.

IGF-1: Wichtiger Regulationsfaktor

Ebenfalls wichtig ist das IGF-1 (Insulin-ähnlicher Wachstumsfaktor-1). IGF-1 wird unter dem Einfluss des Wachstumshormons GH in der Leber gebildet und gelangt von dort ins Blut. IGF-1 vermittelt einen großen Teil der Wirkungen von GH, z.B. im Knochengewebe und am Muskel. Die meisten Symptome der Akromegalie werden durch eine erhöhte Konzentration an IGF-1 hervorgerufen. Daher ist auch die Bestimmung der IGF-1-Konzentration - neben der des Wachstumhormons - sowohl bei der Diagnose als auch bei der Beurteilung des Therapie-Erfolges ein wichtiger Parameter.

Tumoren der Hypophyse stören den Regelkreis

Das Wachstumshormon wird bei Akromegalie unabhängig von dem tatsächlichen Bedarf ausgeschüttet und die IGF-1-Konzentration steigt entsprechend des erhöhten GH-Spiegels ebenfalls an. Das gutartige Hypophysenadenom bildet autonom überschüssiges Wachstumshormon. Das Krankheitsbild der Akromegalie ist die Folge. Entwickelt sich ein solcher gutartiger Hypophysentumor beim Kind oder bei Heranwachsenden vor dem Abschluss des Knochenwachstums, so entsteht das Bild des Gigantismus, dem Riesenwuchs.

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Autor: Springer Medizin
Stand: Sep 6, 2005


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