
Das ist Akromegalie
Geschichte der Akromegalie
Die Geschichte der Akromegalie ist lang. Offenbar litten bereits Pharaonen unter der Erkrankung, was antike Bildnisse der Könige vom Nil vermuten lassen.
Wer das aus dem Jahr 1350 v. Chr. stammende Bild des Pharao Echnaton für einen Moment aufmerksam betrachtet, kann das hervorstehende Kinn, die vergrößerte Nase und die stark ausgeprägten Lippen erkennen - typische äußere Merkmale der Akromegalie. Offenbar hat es schon zu dieser Zeit Menschen gegeben, die an Akromegalie erkrankt waren. Doch während zur Zeit des Pharaos eine solche Krankheit noch als göttliches Zeichen angesehen wurde, sind die Ursachen dieser Erkrankung heute wissenschaftlich belegt.
In der Geschichte der modernen Medizin bemerkte der Arzt Pierre Marie, ein Neurologe der Pariser Klinik Salpêtrière, gegen Ende des 19. Jahrhunderts bei Patienten mit den typischen äußeren Merkmalen zum ersten Mal eine unnatürliche Vergrößerung des vorderen Teils der Hirnanhangdrüse, der Hypophyse. Er nannte dieses Krankheitsbild Akromegalie, nach den griechischen Worten akron (für hervorspringende Körperenden) und mega (für groß).
Ein Jahr später, im Jahr 1887, erkannte Minkowski in Königsberg erstmals die Vergrößerung der Hypophyse als Ursache der Erkrankung. H.W. Cushing, ein amerikanischer Arzt, Pionier und Begründer der modernen Neurochirurgie, beschrieb 1909 den Zusammenhang von Veränderungen der Hypophyse und außergewöhnlichem Körper- und Organwachstum wie folgt:
"Wenn es in der Hirnanhangdrüse durch eine geschwulstartige Veränderung des Hypophysen-Vorderlappens zu einer erhöhten Ausschüttung von Wachstumshormon kommt, ist ein übermäßiges Wachstum die Folge. Geschieht dies bereits im Kindes- oder Jugendalter, bevor das Knochenwachstum abgeschlossen ist, kommt es zu einem extremen Wachstum des gesamten Körpers, dem Gigantismus. Wenn das Knochenwachstum im Erwachsenen-Alter bereits abgeschlossen ist, führt die erhöhte Hormonausschüttung zu einem Wachstum der Körperspitzen, besonders im Gesicht, an Händen und Füßen und auch an inneren Organen. Diese Veränderungen entwickeln sich über Jahre hinweg meist langsam und unauffällig. Frauen und Männer sind gleich häufig betroffen. Bis heute gibt es keinen Hinweis auf eine Vererblichkeit der Akromegalie."


